Eine Hand greift elegant nach der Ecke einer Notenseite am Klavier, um umzublättern.

6 Tipps zum Umblät­tern wäh­rend des Kla­vier­spiels

Wie funktioniert das Umblättern, wenn ich doch beide Hände beim Klavierspielen auf den Tasten habe?

Wenn wir Pia­nis­ten sehen, die nach Noten spielen, wun­dern wir uns oft, wie sie wäh­rend des Spiels so schnell umblät­tern kön­nen, ohne aus dem Spiel­fluss zu gera­ten. Wir betrach­ten es als selbst­ver­ständ­lich, wenn sie nach dem Ende einer Sei­te umblät­tern. Wie geht das?

Wenn wir dann selbst am Klavier nach Noten spielen und plötz­lich in die­sel­be Situa­ti­on gera­ten, müs­sen wir auch umblät­tern, ohne dass der Spiel­fluss ins Sto­cken gerät. Schliess­lich spielen meis­tens auch bei­de Hän­de gleich­zei­tig und wir suchen nach einer Lösung. Im fol­gen­den gebe ich dir 6 Tipps, wie das in der Pra­xis kon­kret aus­sieht.

Der Leh­rer blät­tert um

Im Unter­richt, wenn der Leh­rer dane­ben sitzt macht er das nor­ma­ler­wei­se. Der Schü­ler spielt das Stück und er liest die Noten mit und blät­tert, wenn die Sei­te zu Ende ist.

So mache ich das übri­gens auch, wenn Schü­ler zu mir in den Unter­richt kom­men. Es ist aller­dings schon mal pas­siert, dass Schü­ler so schön spiel­ten, dass ich die Stel­le zu blät­tern ver­passt habe. Das mach­te aber dann nichts, weil die Schü­ler meis­tens schon so fit waren im Spiel, dass sie dann selbst geblät­tert haben.

Pia Muse

Die Situa­ti­on allein am Klavier

Wenn du allei­ne zu Hau­se übst, musst du natür­lich selbst die Sei­ten umblät­tern. Da kann es dann natür­lich pas­sie­ren, dass man kurz das Stück unter­bre­chen muss, je nach­dem, wie fort­ge­schrit­ten du schon im Üben bist. Auch gibt es Situa­tio­nen, dass nur eine Hand wei­ter spielt, wäh­rend die ande­re blät­tert. Wenn man in der ande­ren Hand Töne zu hal­ten hat, kann man etwas mit dem Pedal schum­meln, so dass das Klang­vo­lu­men erhal­ten bleibt. 

Du kannst auch die Ecken, wo umge­blät­tert wird, schon etwas vor­be­han­deln, indem du sie leicht nach aus­sen wölbst, falls die Noten neu sind. Bei alten Noten braucht man das meist nicht, da schon mehr Luft zwi­schen den Sei­ten war.

Wenn du par­tout nicht umblät­tern kannst, weil an der Stel­le so vie­le Noten gespielt wer­den müs­sen und du es nicht recht­zei­tig schaffst die Töne zu tref­fen und aus dem Tem­po gerätst, kannst du dir die nächs­te Sei­te auch kopie­ren und so dane­ben legen, dass du ein­fach wei­ter spielen kannst. Das machst du solan­ge bis du wie­der an eine Stel­le kommst, wo du blät­tern kannst. Oder das Stück ist zu Ende.

Das Umblät­tern im Kon­zert

Auf Kon­zer­ten gibt es Umblät­te­rer, die ste­hen einem meist bei kam­mer­mu­si­ka­li­schen Vor­trä­gen zur Ver­fü­gung, oder man bringt selbst einen mit, der Noten lesen kann. Dies ist im klas­si­schen Bereich gang und gebe und auch nichts Schlim­mes, denn es geht dabei um die wort­ge­treue Wie­der­ga­be des Noten­tex­tes, den man nicht ver­än­dern darf.

Da man bei der Beglei­tung wirk­lich ganz genau mit dem meist Solo­in­stru­ment zusam­men­spie­len muss, darf man sich am Ende der Sei­te kei­ne Tem­po­schwan­kun­gen leis­ten, weil man das dann hören könn­te.

Stü­cke aus­wen­dig ler­nen

Zu guter Letzt kann ich dir nur wärms­tens ans Herz legen, die Stü­cke aus­wen­dig zu ler­nen. Du wirst dabei bemer­ken, dass du viel frei­er spielst und das Stück eine neue Stu­fe erreicht. Du kannst dich mehr auf das Musi­ka­li­sche kon­zen­trie­ren und ins­ge­samt flies­sen­der spielen. Falls du noch nie aus­wen­dig gespielt hast, emp­feh­le ich dir, es ein­fach mal zu ver­su­chen. Dabei kannst du mit einem kur­zen, leich­ten Stück begin­nen und schau­en, wie es sich im Ver­gleich anfühlt. Es ist aber bei­des rich­tig und macht kei­ne Aus­sa­ge dar­über, wie musi­ka­lisch jemand ist.

Mehr zu die­sem The­ma und wie sich die Tipps auf den Ein­zel­nen umset­zen las­sen, das erfährst du direkt in mei­nen Online-Kla­vier­kur­sen oder in einer Ein­zel­sit­zung.

Pro­fis blät­tern übri­gens ohne nach­zu­den­ken. Sie sind so ver­tieft in die Musik und in ihren Spiel­fluss, dass das Umblät­tern ein­fach nur eine Not­wen­dig­keit dar­stellt, auf die sie beim Spiel nicht fokus­siert sind.

Bericht aus der Meis­ter­klas­se Klavier

Auf einem Kon­zert noch zu mei­ner Stu­di­en­zeit spiel­te Prof.G.Sebok ein Mozart Kla­vier­kon­zert mit Orches­ter in der Ber­li­ner Phil­har­mo­nie mit Noten auf sei­nem Pult und hat selbst umge­blät­tert. Er spiel­te dabei ein­wandt­frei, bril­li­ant und sehr flies­send. Dies kommt wirk­lich sehr sel­ten vor, da Kla­vier­kon­zer­te meist aus­wen­dig gespielt wer­den.

Mul­ti­tas­king beim Üben

Ich hat­te Situa­tio­nen — und die­se Situa­tio­nen ken­nen Musi­ker, die täg­lich 6–12 Stun­den am Klavier üben, dass ich manch­mal beim Üben meh­re­re Din­ge gleich­zei­tig getan habe. Den Mor­gen­kaf­fee trin­ken, tele­fo­nie­ren, an bevor­ste­hen­de Ter­mi­ne den­ken und natür­lich auch umblät­tern (das kleins­te Übel). Das klingt jetzt etwas komisch, wenn ich so etwas schrei­be, aber der eine oder ande­re Pro­fi-Pia­nist kann das sicher­lich bestä­ti­gen. Schreibt mir hier­zu ein­fach eige­ne Erfah­run­gen unten in die Kom­men­tar­box.

Fazit

Als kur­zes Fazit möch­te ich zusam­men­fas­send wie­der­ge­ben: Das Umblät­tern soll­te den Spiel­fluss nicht ver­hin­dern. Das geht am bes­ten, wenn man das Stück aus­wen­dig spielen kann. Denn beim Kla­vier­spie­len soll­te man sich stets aufs Musi­ka­li­sche kon­zen­trie­ren und nicht auf Äus­ser­lich­kei­ten. Die­se kann man auch geis­tig in der Stil­le stu­die­ren.

 

Online Kla­vier­kurs: Spiel nach Noten

Klavier Beg­in­ner: Grund­kurs

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Musikalische Grüsse,  

Klassische und intuitive Pianistin, Komponistin, Diplom-Musikpädagogin & Entwicklerin der Pianolla®-Methode: Intuitiv Klavier Spielen

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Pia Muse | Original Pianolla®-Methode – Intuitiv Klavier spielen